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10-07-2011 Challenge Roth – oder wie verbringt man einen ganzen Tag mit Sport

Nach gut 9 Monaten Vorbereitungszeit wurde es für mich letzten Sonntag nun ernst. 244 km wollten von mir und den anderen 4000 Teilnehmern der Challenge Roth „gerockt“ werden. Ich muss zugeben, die Nacht vor dem Wettkampf habe ich schon ein wenig schlecht geschlafen. Man kennt zwar wie sich die einzelnen Strecken anfühlen, aber wie es sich hintereinander anfühlt kann man nicht abschätzen. Um Punkt 4:00 Uhr klingelte der Wecker. Egal – ich konnte eh seit 2:00 Uhr nicht mehr schlafen. Also raus.  Frühstücken, meine sieben Sachen packen und ab zum Schwimmstart. Dort war schon reges Treiben, und die Anspannung einiger Tausend Athleten war schon zu spüren. Die Zeit bis zum Start der Profis um 6:30 Uhr schlug ich mir mit „Radcheck“ und einigen „Dixie – Besuchen“ tot. Mittlerweile traf auch Andrea, Jonas und Luis am Start ein.Nachdem die Profis pünktlich auf ihre Reise geschickt wurden, ging es blitzschnell und ehe ich mich versah war auch ich mit den anderen 250 Athleten der 8. Startgruppe an der Reihe. „Let´s get rock´n roll“, dachte ich mir. „Das ist jetzt genau das worauf du so viele Stunden trainiert hast. Also hab Spass. “

Eigentlich ging es zu Beginn ziemlich gesittet ab. Bis zur ersten Wendeboje mussten wir den Main-Donaukanal 1,5 km raufschwimmen. Dann auf der anderen Seite des Kanals knapp 2 km zurück. Nach ca 3 km konnte ich am Ufer sogar 2 Dienstagsradlertrikots erkennen. Ich wollte noch winken, aber ich ging immer wieder unter. Kurz darauf umkurvte ich die 2. Wendeboje. Von dort waren es nur noch 300 m bis zum Schwimmausstieg. Zu meiner Verwunderung blieb die Uhr für das Schwimmen bei 1 Stunde und 7 Minuten stehen.

Nach einem eher gemütlichen Wechsel ging es dann auf die 180 km lange Radstrecke. Bei einer Langdistanz ist es ja am Wichtigsten, dass man sich regelmäßig mit essen und trinken versorgt. Also erst mal Riegel einschmeißen, trinken und dann Reisegeschwindigkeit aufnehmen. Vom Gefühl her lief es ziemlich gut. Nach 90 km checkte ich mal meine durchschnittliche Geschwindigkeit. 36,2 Schnitt!!! Scheiße. Das wird doch wohl nicht zu schnell gewesen sein? Aber auch die in der 2. Runde kam kein Einbruch. Das größte „highlight“ auf der Radstrecke war der berüchtigte Solarberg, wo ca. 30 000 Zuschauer die Fahrer wie bei der Tour de France den Berg hochbrüllen. Schaut mal….

Nach 5:03 Std. hatte ich die 180 km endlich geschafft. In der Wechselzone drückte ich einem Helfer mein Rad in die Hand und merkte gleich, dass meine Fußsohlen etwas verspannt waren. Dieses Problem sollte mich auch die ersten 8 km auf der Marathonstrecke begleiten. Also, der Reihe nach. Den Wechsel zum Laufen nutzte ich zu einem Dixie-Besuch. Wechselzeit 6:05 min. Ist doch gar nicht schlecht. Normalerweise brauch ich viel länger. Hose rauf, Dixie auf und los ging es auf den Marathon.

Der Übergang zum Laufen ist meistens doch ziemlich übel. Doch diesmal hatte ich keine Probleme. Auch mein Magen, der ab und zu Probleme machte blieb ruhig…….bis km 12.  Ich merkte, dass mir langsam die Körner ausgingen, und der Magen zu rebelieren begann. Irgendwas musste jetzt passieren, sonst würden die restlichen 30 km zum Wandertag mutieren. Daraufhin stellte ich erst mal meine Trinkgewohnheit um. Und zwar von Iso auf Cola. Danach ging ich noch in die Prärie um unnötigen Ballast loszuwerden. ….., und siehe da, der Motor fing wieder an zu laufen. Erst langsam, aber dann immer schneller. Ich glaube, dass ich auf den 30 km ca. 5 Liter Cola getrunken habe. Im weiteren Verlauf hab ich immer auf den Einbruch gewartet, den ich bei so vielen Athleten verfolgen konnte, die völlig wegbrachen.  Jedoch nicht bei mir. Cola ist schon ein geiles Zeug! Die letzten Kilometer konnte ich sehr genießen und nach 10:07 Std. in´s Ziel einlaufen.

Geschafft!!!

Im Ziel erwartete mich dann auch schon Andrea, Jonas und Luis, Jan, Irmi, Elisabeth und Sophia, Toni und Wudy. Vielen Dank an euch, die ihr mich so sehr auf der Schwimm- Rad- und Laufstrecke mit euren Anfeuerungsrufen unterstützt habt. Ihr wart super. Danke auch an die, die zuhause am „Liveticker“ mitgefiebert haben.

Zum Abschluss noch einen Dank an meine Familie, die mir meine „Spinnereien“ immer wieder ermöglichen, und mich dabei sogar noch unterstützen.

Rennbericht – Challenge Roth

3 comments to 10-07-2011 Challenge Roth – oder wie verbringt man einen ganzen Tag mit Sport

  • Marco

    Wie auch schon persönlich gesagt: Höchsten Respekt. Bei deinem ersten Ironman gleich so eine Leistung.

    Aber was bleiben dir jetzt noch für Ziele?

    Und, hast du einen neuen Sponsor? CocaCola? 😉

  • Jan

    Hallo Robert,
    ich hab’s ja live erlebt und kann nur nocheinmal sagen:
    Wahnsinn & ein 3-Faches RESPEKT !
    DANKE für Deine Inspiration…
    Jan

  • Robert

    Jan, wenn du mich dann wieder inspirieren kannst, dann haben wir beide was davon.

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