Nachdem ich und unsere zwei Jungs, Robert auf mehreren kürzeren Triathlons (olympische Distanz, Sprintdistanz) als Zuschauer begleitet haben, sollte es nun der “Ironman/Challenge” in Roth sein!
Meine Vorbereitungen liefen so ab, dass ich meine sportlichen Tätigkeiten mehr aufs Joggen gelegt habe, damit ich schnell wieder zu Hause bin um Robert auf seine langen Trainingseinheiten zu schicken. Somit vergingen viele, viele Stunden/Wochenenden wo wir ohne ihn verbracht haben, aber wir wussten ja : Mitte Juli ist der Spuk vorbei……..hoffentlich……..und er hat die Nase voll vom alleine Trainieren, Triathlonseiten im Netz auswendig zu lernen, Trainings- und Ernährungspläne zu studieren, am Rad zwecks richtiger Aerodynamischer Sitzposition zu tüfteln, und , und , und ….!
Irgendwie vergingen die Wochen dann doch wie im Flug und wir fuhren am 08.Juli nach Roth, vollbepackt bis obenhin mit Jonas und Luis.
In Hilpoltstein Quartier bezogen, ab zur Startnummernausgabe nach Roth, a bissl Expo/Messe gucken und wieder zurück zum Kohlehydratscheffeln nach Hilpoltstein (Sehr nettes Örtchen). Samstag frühmorgens “einschwimmen” für Robert im Main-Donau-Kanal, wir haben noch kuschlig geschlafen
und sind später dann an den Rothsee zum Baden damit Robert seine sieben Sachen für den Tag X organisieren kann. Abends alle Vier zum Bike-Check-In, wo schon richtig Party gefeiert wurde und nochmal zur Expo in Roth bzw. Robert zur Wettkampfbesprechung. Dann, als alle meine 3 Männer früh ins Bett gegangen sind musste auch ich mich für den großen Tag organisieren, schließlich musste ich diesen langen Tag mit den zwei Jungs irgendwie überstehen.
Nach einer eher unruhigen Nacht (komisch, für solche Tage kann man sich den Wecker echt sparen), die Jungs schlaftrunken in den Radlanhänger gepackt, Robert war ja schon längst weg, und mit einer Karawane an Radlern und Fußgänger zum Start am Kanal gefahren. Durch die Massen irgendwie durchgekämpft, kam schon ein Anruf von Robert “Wo bist du denn”!?……Keine Panik, hab´s gleich und wir konnten gemeinsam den Start der Spitzengruppe verfolgen unter Tausenden Anderen Zuschauer. Robert war noch einigermaßen entspannt und machte sich so langsam für seinen Start im 8. Block bereit. Und Schwups, schon war´s soweit und wir hätten ihn beinahe das erste Mal verpasst!

Eine gute Stunde Zeit bis Robert wieder an Land paddelt………inzwischen kurze Info vom “anderen Ufer”: Die Fedderns und Wendlingers haben ihn im Wasser gesichtet und spazieren gleich Richtung Radstrecke. Ich warte noch, und warte……..wollte Robert schließlich aus dem Wasser kommend und in der Wechselzone sehen, da kam schon die SMS vom Jan : Robert ist grad vorbeigradlt!
Mist, irgendwo zwischen Fotoapparat zurechtrücken und aufpassen dass mir Luis nicht ins Wasser kugelt muss er wohl vorbeigeschwommen sein. Gut, macht nichts, dann also kurzer Treff am Campingplatz und kleines Frühstück mit den anderen Diras einnehmen, schließlich muss die Energiezufuhr an solchen Tagen passen!

Weiter mit Rad und Hänger zum berühmten Solarer Berg. Am Fuße dessen mussten wir erst mal unser Vehikel parken was bei den Menschen und Radlmassen gar nicht so einfach war. Schlafenden Luis im Arm und Jonas am Rucksackbandl klammernd rauf in die Hölle des Solarerbergs.
Man kann sich nicht vorstellen was hier abgeht, nur noch gehupe, geschreie, gepfeife, geknatter, gedröhne………der Berg bebt!!!!!!!
Hoffentlich wird das weiter oben ruhiger, wir wollen schließlich Robert anfeuern und er soll es auch hören. Luis schlief immer noch im Arm, was mir am nächsten Tag einen gewaltigen Muskelkater beschert hat (wen wunderts bei 15 kg!) Also machten wir uns bereit, Jonas hielt unser Banner, ich den schlafenden Luis und den Fotoapparat…..wir konzentrierten uns…..und feuerten auch fleißig mit an…..plötzlich eine mir bekannte Stimme “hey, hey”……………und schon war Robert an uns vorbei!!! (Seinen Arsch kriegte ich noch aufs Bild!) Also, hätten wir ihn fast schon wieder übersehen aber Gott sei Dank hatte er anscheinend Zeit die Zuschauer zu betrachten und hatte uns gesehen.
Solarerberg wieder runter, kurzer Treff mit den anderen Diras, hier sogar die beiden führenden Männer auf die Linse bekommen
und ab gings mit´m PendelBus und Polizeigeleit über Waldwege nach Roth.
Leider mussten wir hier über eine Stunde die Shuttlebusse zur Laufstrecke suchen, was unserer Stimmung einen kurzen Dämpfer einbrachte, denn es war heiß, wir hatten nichts mehr zu trinken und zu essen, und ich kannte mich einfach nicht mehr aus. (In diesem Moment habe ich diesen Tag und Robert mal kurz verflucht). Über eine Stunde verspätet waren wir endlich an der Lende Roth wo die Läufer normalerweise 3 mal vorbeisausen und wir hatten Robert bereits das 1. Mal verpasst (wie sollte es auch anders sein).
So, erst mal Energiereserven wieder füllen, Kinder in Schatten bringen, kurz verschnaufen! Mit Fedderns und Wendlingers kam dann das Warten Nr. 2 auf Robert. In einer Hand wieder das Banner (und seinen MP3 den er evtl braucht), in der anderen den Foto……..ein kurzer Pfiff vom Jan…….und da kam er……sah locker aus …….MP3 überflüssig…….kurzes Foto…….Mist, jetzt hab ich das Anfeuern vergessen!!
Jetzt aber schnell ins Ziel mit Shuttlebus, Irmi und Sophia waren diesmal auch dabei, die Anderen kamen mit dem Rad nach. Banges warten, Luis schlief schon wieder ,

ich hielt mich wieder mit allem was man so als Zuschauer braucht bereit…..und juchu……da kam Robert ins Zielstadion. Banner hoch, Foto bereit, zujubeln diesmal…….aber er hört mich gar nicht…..Foto auch verwackelt, egal, er ist nach 10:07 heil ins Ziel gekommen. Nichts wie ab durch die Menge, da stand er mit einem Erdinger Alkoholfrei in der Hand, der Finishermedaille um den Hals und einem breiten Grinsen im Gesicht.
Die monatelangen Strapazen haben sich also gelohnt und wir waren einen langen Wolkenbruch später um ca. 21 Uhr fix und alle im Quartier und wollten nur noch ins Bett.
Meine 1. Langstrecke als Zuschauer war spektakulär, sehr beeindruckend, laut, lang……..und sehr emotional. Alles in allem sehr geil und ich würde Robert sicherlich nochmal begleiten evtl. wenn die Kinder aus dem Haus sind
bzw. ihn unterstützen was auch immer er als nächstes plant.
Wir sind sehr stolz auf deine Leistung (vielleicht könntest du dich aber nächstes Mal besser an deinen Zeitplan halten und nicht eine Stunde schneller sein) und überglücklich dass du heil ins Ziel gekommen bist und finden es Klasse dass wir sowas miterleben können!
Bussi Andrea, Jonas und Luis
